Nachdem der Schattenbahnhof sowie die Gleisschleife fertig gestellt waren begann ich damit die Hintergrundkulisse des späteren Bahnhofs zu errichten. Gleichzeitig wurden auch weitere Testfahrten auf den bestehenden Gleisen ausgeführt. Hierbei bemerkte ich, dass bei Spontan-Fahrten, der Fahrweg in die gewünschte Richtung gelegt wurde, einige Loks dann aber manchmal in die entgegengesetzte Richtung starteten – ein Problem das ich bis zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gelöst habe.
Bei der Fehlersuche musste ich dann feststellen dass, bedingt durch die Spannten und die Hintergrundkulisse, die Sicht auf die Gleise stark eingeschränkt war. Dies behinderte das Erforschen der Ursache sehr.
Um den Blick auf die Gleise wieder zu ermöglichen habe ich deshalb beschlossen im Schattenbahnhof sowie in den verdeckten Weichen-Bereichen eine Kameraüberwachung zu installieren.
Um den Weiterbau der Anlage so wenig wie möglich zu verzögern sollte diese Überwachung folgende Kriterien erfüllen
- die Bilder sollten am Modellbahn-PC zu betrachten sein
- die Verkablung sollte so einfach wie möglich sein
- weder das Netzwerk meiner Z21 sowie mein Heimnetzwerk sollten belastet werden. Auch sollten keine Bilder ins Internet gesendet werden.
- Die Kameras sollten nur gemeinsam mit der Anlage betrieben werden

Nachdem ich mich über unterschiedliche Systemen informiert hatte, kam ich zum Schluss, dass LAN-gebundene Hausüberwachungs-Kameras am besten für meinen Zweck geeignet sein müssten. Zu Testzwecken habe ich vorab eine solche Kamera bestellt. Da die gelieferten Bilder meine Erwartungen erfüllten, wurden anschließend sechs weitere dieser Kameras erworben.
Um die Verkablung einfach zu gestalten, habe mich für PoE (Power over Ethernet) entschieden. Bei dieser Technik wird die Kamera über das Netzwerkkabel mit Strom versorgt. So braucht man nur einen PoE fähigen Switch welcher mit einem dementsprechend großen Netzteil mit Spannung versorgt wird, und die separaten Netzteile für jede Kamera entfallen. Bei der benötigten Anzahl an Kameras, kann man sich vorstellen dass durch die PoE-Technik einiges an Stechdosenleisten, Netzteilen und Stromkabeln eingespart werden kann.
Um das Heimnetzwerk sowie das Z21 Netzwerk zu schonen, wurden den Kameras ein separates Netzwerk mit eigenem Router spendiert, welcher keine Verbindung zum Internet hat.
Mein Modellbahn-PC verfügt nun über drei Netzwerkkarten,
- die erste ist mit dem Router der Z21 verbunden,
- die zweite mit dem Kamera-Router,
- die dritte, mit dem Heimnetzwerk welches von einer „FRITZ!Box“ geroutet wird, und den Internetzugang ermöglicht.
Der PoE-Switch sowie die Kameras kommen alle vom selben Hersteller um größtmögliche Kompatibilität zu gewährleisten. Diese Komponenten sowie der Kamerarouter werden über eine Steckdosenleiste gemeinsam mit dem Modellbahn-PC gestartet.

Die Kameras liefern wie schon oben geschrieben, ein akzeptables Bild, sowohl im Tages- als auch im Nacht-Modus – allerdings ist das Bild im Nachtmodus nur in Grau-Stufen.
Die Farben von Loks und Wagen erleichtern jedoch das identifizieren der verschiedenen Züge. Da die überwachten Bereiche später nicht mehr von der Deckenbeleuchtung erreicht werden, würden die Kameras jedoch immer nur im Nacht-Modus funktionieren.

So entstand die Idee, zusätzliche eine Beleuchtung zu installieren, welche wohl auch bei Wartungsarbeiten nützlich sein kann.
Zur Stromversorgung der Beleuchtung dient ein LED-Transformator 230V AC / 12V DC 12,5A für bis zu 150 Watt.
Als Leuchtkörper habe ich mich für LED’s entschieden, welche eigentlich als Innenbeleuchtung für Transporter, Boote usw. an einer 12 Volt Autobatterie vermarktet werden. Erworben habe ich zwei Stränge mit je 20 Modulen, in welchen jeweils drei LED’s zusammengefasst sind. Diese Module, welche jeweils drei Watt Leistung ziehen, sind einzeln trennbar und kombinierbar.
Nach der Lieferung musste ich feststellen dass die Länge der Drähte zwischen den Modulen nur jeweils sieben cm beträgt und die verwendete Litze nur einen sehr geringen Querschnitt aufweist. (Die Litze besteht aus sieben Adern mit jeweils etwa 0,15mm Durchmesser, was einem Gesamtquerschnitt von höchstens 0,14mm2 entspricht – worüber dann laut Herstellerangaben auf jedem der beiden Stränge bis zu 60 Watt gezogen würde.)

Das Produkt in dieser Form zu betreiben kam für mich wegen der kurzen Abstände sowie des Kabelquerschnittes nicht in Frage, und so habe ich jeweils zwei Module abgetrennt, und an 2mm2 Litzen angeschlossen. Dieser Querschnitt ist zwar nun wieder etwas übertrieben, hat aber den Vorteil dass man das 12 Volt LED-Netz auf den ersten Blick vom normalen Anlagen-Kabelnetz unterscheiden kann.


Schlussendlich wurden 36 Module mit insgesamt 108 LED’s verbaut, und meiner Meinung nach, ist der gesamte Schattenbahnhof nun ziemlich gleichmäßig ausgeleuchtet.
So war ich nun wieder einige Tage an der Anlage beschäftigt ohne meinem Ziel – einer funktionierenden Modellbahn – wirklich nähergekommen zu sein …


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